5 Fehler, die Dich Deine Gelassenheit als Mutter kosten

Keine Frage: Muttersein ist eine große Herausforderung. Manchmal ist es schwer, gelassen zu bleiben.

Ich mache Dich auf fünf Verhaltensweisen aufmerksam, die Stress nahezu einladen. Du kannst sie leicht vermeiden, und ich zeige Dir wie.

Das Wort „Stress“

Das Wort „Stress“ prägte 1936 der österreichisch-kanadische Biochemiker Hans Selye. Und da fing das Dilemma mit dem Stress schon an. Was er nämlich damit meinte, war ein “Allgemeines Adaptionssyndrom”. Das heißt, dass unser Organismus reagiert, um sich an veränderte Situationen anzupassen. Das ist eine wunderbare Eigenschaft aller Lebewesen: Wir reagieren auf unsere Umwelt.

Leider wählte Seyle das englische Wort stress, um diesen Vorgang zu benennen. Das englische stress bedeutet “Druck, Anspannung” und ist eine Kürzung von distress “Sorge, Kummer”.

Das deutsche Wort Stress beschreibt also ursprünglich eine ganz natürliche menschliche Fähigkeit. Die Wortherkunft jedoch passt zu dem, wie wir Stress heute empfinden. Schon das Wort Stress macht uns kribbelig.

 (Noch fataler ist übrigens das Wort Hektik. Es kommt aus der medizinischen Fachsprache und hat etwas mit Schwindsucht zu tun.)

Doch was bringt uns dieses Wissen für unseren Alltag?

Verhaltensweise 1: Du sagst oder denkst, dass Du Stress hast.

Viele Menschen verwenden das Wort „Stress“ leichtfertig und „so nebenher“.

“Hallo, wie geht es Dir?” – “Ganz gut, nur der übliche Stress.”

“Das war wieder ein Stress heute morgen mit den Kindern.”

“Zum Glück ist der Stress jetzt vorbei.”

Wie wir gesehen haben, bringt uns das Wort schon durch seine Herkunft Druck, Anspannung, Sorge und Kummer mit. Dazu kommen die meist unangenehmen Erfahrungen, die jede von uns mit Stress gemacht hat.

Jedes Mal, wenn wir das Wort „Stress“ aussprechen oder auch nur denken schwingt die ganze Palette negativer Assoziationen mit. Damit machen wir es uns schwer, gelassen zu sein.

Lösung 1: Denke und sage, worum es geht.

Auch wenn es erstmal nichts an der Situation ändert: Formuliere Deine Aussagen so, dass Du das Wort „Stress“ hinter Dir lassen kannst.

“Hallo, wie geht es Dir?” – “Ganz gut. Ich habe viel zu tun.”

“Die Kinder wollten heute Morgen nicht so, wie ich wollte.”

“Zum Glück kehrt jetzt Ruhe ein.”

Sprich beide Formulierungen – die mit und die ohne Stress – laut aus. Bemerkst Du einen Unterschied? Wie reagiert Dein Körper?

Warum Druck besser ist als Stress

Wenn es Dir darum geht auszudrücken, dass Du unter der momentanen Situation leidest, dann verwende lieber das Wort “Druck”. Um mit Druck umzugehen, haben wir genau zwei Alternativen: Entweder wir drücken dagegen oder wir geben nach. Stress oder Hektik dagegen sind nicht greifbar und machen uns hilflos.

Vergleiche für Dich die beiden Sätze “Ich bin im Stress!” und “Die Situation macht mir Druck.”, indem Du sie je zweimal nacheinander laut aussprichst.

Welcher Satz befähigt Dich eher zu gezielten Handlungen?

Verhaltensweise 2: Du benennst nicht, was Dir Druck macht.

Wie wir oben gelernt haben, ist Stress nichts anderes, als die Anpassung an Umweltbedingungen. Unangenehm wird es, wenn wir uns der Situation hilflos ausgeliefert fühlen. Wenn es sich anfühlt, als müssten wir uns anpassen. Wenn uns die Situation klar ist, können wir sie aktiv gestalten. Und auch dabei können uns Worte helfen.

Lösung 2: Finde Worte für das, was Dir Druck macht.

Und dann übernimm die Kontrolle ;-).

Beispiel:

Luisa ist “voll im Stress”, weil am nächsten Tag ihre Schwiegereltern zu Besuch kommen werden. Der Haushalt versinkt im Chaos und Luisas zweijährige Tochter braucht im Moment viel Aufmerksamkeit.

Solange Luisa denkt. „Was für ein Stress.“, weiß sie gar nicht, wo sie zuerst hinlangen soll.

Dann hält Luisa inne und gönnt sich einen Moment, um klare Worte für ihre Situation zu finden: “Auf der einen Seite will ich, dass meine Schwiegermutter mich für eine gute Hausfrau hält. Auf der anderen Seite will ich für meine Tochter da sein.”

Luisa weiß nun, WAS ihr Druck macht. Sie hat ein klares inneres Bild von der Situation. Das macht es ihr leichter, eine Lösung zu finden.

Du kannst Dir das vorstellen wie diese Suchbilder in Kinderzeitschriften. „Finde die sieben Fehler.“ Zu sagen „Ich bin voll im Stress!“ ist wie Fehlersuchen ohne das Bild zu sehen. Wenn Du sagst „Die Situation sieht so und so aus. Das macht mir Druck.“, dann hast Du das Suchbild vor Dir liegen. Damit ist es noch immer nicht garantiert, dass Du die Fehler findest. Doch Du hast jetzt die Chance dazu!

Verhaltensweise 3: Du fährst auf Reserve.

Wir Mütter neigen dazu, erst alles andere fertig zu machen und dann an uns selbst zu denken. Das ist wie mit fast leerem Tank erst noch ans Ziel zu fahren und dann zu tanken… Absurd, oder?

Lösung 3: Gönne Dir Pausen beim Sprechen und im Leben!

Lösung 3 a: Erinnere Dich selbst daran, Pause zu machen bevor der Tank leer ist. Verteile dafür Klebezettel mit den Worten “Gönn Dir eine Pause.” an strategisch wichtigen Punkten. Wenn Dir das zu altmodisch ist: Es gibt auch Klebezettel-Apps für Smartphones mit Erinnerungsfunktion! 😉

Lösung 3 b: Fahre im Alltag energiesparend. Dazu trägt eine entschleunigte Sprache viel bei: Mache zwischen einzelnen Sätzen bewusst kleine Pausen – besonders in anstrengenden Situationen. Das wird Dich und Deine Mitmenschen beruhigen, und Deinen Energieverbrauch reduzieren. Dann hält Dein Tank länger. 😉

 

Verhaltensweise 4: Du denkst – und sagst – Du musst.

Die allermeisten Menschen sagen und denken oft “ich muss”. Wir sind daran gewöhnt, diese Formulierung zu hören und selbst zu gebrauchen.

“Ich muss jetzt Essen kochen.”

“Ich bin so müde, ich muss jetzt ins Bett.”

„Ich muss unbedingt mal wieder Tanzen gehen.”

So geht es oft den ganzen Tag. Wer kann da gelassen bleiben?

Lösung 4: Mach Dir klar, warum und wann Du etwas tust.

Nimm sprachlich Druck aus Deinem Leben, indem Du die „muss“-Sätze hinter Dir lässt. Das erfordert etwas Fingerspitzengefühl, da wir uns mit „muss“-Sätzen manchmal auf die Gegenwart und manchmal auf die Zukunft beziehen.

Lösung 4 a für „Ich muss jetzt“-Situationen: Mach Dir klar, warum Du etwas tust. Sage es auch so.

“Ich will mit meiner Familie ein leckeres, gesundes Abendessen essen. Deshalb koche ich es jetzt.”

“Ich bin so müde. Ich gehe jetzt ins Bett.”

“Ich war schon lange nicht mehr Tanzen. Ich vermisse es.”

Lösung 4 b für „Ich muss später“-Situationen:

“Ich muss heute Nachmittag einkaufen gehen.”

“Ich muss nächste Woche arbeiten.”

“Ich muss um zwei Uhr meine Tochter abholen.”

Wenn Du hier das „muss“ einfach weglässt, nimmst Du schon ein bisschen Druck raus und kommst ins Tun. Doch es entsteht ein anderer unangenehmer Effekt: “Ich gehe heute Nachmittag einkaufen.”, “Ich arbeite nächste Woche.”, “Ich hole um zwei Uhr meine Tochter ab.”

Hast Du es bemerkt?

Sprachlich liegen nun all diese Dinge in der Gegenwart. Und so fühlt es sich auch an. Du hast plötzlich eine Menge Aufgaben, die wie ein Berg alle an einem einzigen Punkt vor Dir aufragen.

Mit der Zukunftsform rückst Du Deine Aufgaben an ihren Platz und schaffst Dir Erleichterung:

“Ich werde heute Nachmittag einkaufen gehen.”

“Ich werde nächste Woche arbeiten.”

“Ich werde meine Tochter um zwei Uhr abholen.”.

Verhaltensweise 5: Du lässt Dich von Wörtern antreiben.

Neben dem “muss” gibt es weitere Wörter, die Druck erzeugen, wenn Du sie häufig und unbewusst benutzt. Dazu gehören zum Beispiel “schnell” und “kurz”.

„Ich geh mal kurz aufs Klo.“

„Ich trinke erst schnell meinen Kaffee aus.“

„schnell“ und „kurz“ sind natürlich schlicht und einfach Eigenschaftsworte mit einer klaren Bedeutung. Druck erzeugen sie dann, wenn wir sie häufig gebrauchen und noch dazu in Situationen, in denen wir es gar nicht so meinen. Wenn wir auf die Toilette gehen, dauert es eben so lange es dauert. Schnelles Kaffee trinken erstickt jeden Genuss im Keim.

Lösung 5: Lass die „Treiber-Wörter“ einfach weg!

Na ja, ganz so einfach ist es nicht. Gehe folgende Schritte:

Schritt 1: Probiere es jetzt gleich aus: Macht es einen Unterschied, ob Du sagst: “Ich geh mal schnell einkaufen.” oder “Ich geh einkaufen.” Sprich beides je zweimal nacheinander laut aus und nimm die Wirkung wahr.

Schritt 2: Achte im Alltag auf die Wörter und nimm auch hier ihre Wirkung bewusst wahr: Welches Antreiberwort verwendest Du häufig?

Schritt 3: Sei stolz auf Dich, wenn Du sie bemerkst! Wenn Dir die Wirkung nicht gefällt, wirst Du sie bald ganz leicht weglassen können.

Fazit

An der großen Zahl unserer Aufgaben als Mutter können wir nur bedingt etwas ändern. Doch wir haben es selbst in der Hand was wir daraus machen. Alleine mit diesen fünf Anregungen kannst Du eine große Portion Gelassenheit in Dein Leben holen:

  1. Verabschiede Dich von den Wörtern “Stress” und “Hektik”.
  2. Benenne klar, was Dir in der jeweiligen Situation Druck macht.
  3. Gönne Dir Pausen – im Alltag und beim Sprechen.
  4. Sag und denke weniger “muss”.
  5. Lasse Wörter wie “schnell” und “kurz” weg (drei Schritte).

 Noch ein Tipp zum Schluss: Konzentriere Dich für einige Zeit auf nur einen dieser Punkte. Es ist viel wirkungsvoller an einer Sache zu arbeiten und DANACH an einer anderen. Und tue es gemeinsam mit anderen Frauen. Dafür gibt es zum Beispiel meine Facebookgruppe für eigen-Sinnige Mütter. Ein wunderbarer Einstieg in diese Gruppe ist mein Sommercamp, das schon bald los geht.

Lebe eigen-Sinnig!

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