Wie du genug Kraft findest für deinen eigenen, selbstbestimmten Lebensweg

Bernadett Strenger schildert in diesem Gastartikel offen ihren eigenen Weg aus der Depression und gibt wertvolle Anregungen, wie wir alle mehr Kraft in uns entdecken können.

Mein Weg

Startpunkt ganz unten

Bevor ich meinen wundervollen, selbstbestimmten Weg beginnen durfte, war ich emotional an einem grausigen Tiefpunkt. Eine Depression hielt mich fest. Und erst da habe ich erkannt, dass sich etwas ändern muss. Durch einen Tipp einer lieben Freundin, fing ich zunächst an, meinen bisherigen Lebensweg in Worte zu fassen und zu Papier zu bringen.

Selbstfindung

Das war natürlich nicht in 2-3 Tagen getan, sondern neben Familie und Arbeit, kostete es mich 2 Wochen Zeit und Disziplin.

Doch schon während des Schreibens, begann sich in mir etwas zu bewegen.

Ich begann im Kleinkindalter, soweit ich mich erinnern konnte. Es ging weiter übers Elternhaus, Familie, Schule, Lehre, Arbeit, Freundschaften, Partnerschaften, über Menschen die ich gar nicht mochte und trotzdem in mein Leben traten, Umgebung usw.

Und Stück für Stück erkannte ich für mich, was mich ausmachte, wer mich prägend beeinflusst hatte, wen ich schmerzlich vermisse und wen ich, ohne mit der Wimper zu zucken, aus meinen Kontakten entlassen konnte.

Weiter fragte ich mich, was mich noch ausmacht, was in meiner Umgebung bewirkt, dass ich mich gut fühle, aufgehoben und geborgen. Das betraf unser Familienzusammenleben, Aussehen, Ernährung, Kleidung, Hauseinrichtung, Gartengestaltung und noch einiges mehr…

Du siehst also, ich habe mir Zeit genommen, alle Bereiche meines Lebens auseinander zu nehmen und zu durchleuchten.

Befreiung

Heraus kam ein Mensch, der ja schon da war. Zart und zerbrechlich, doch auch stark und mutig, neugierig und wissensdurstig, kreativ und voller Schöpferkraft – Jahre hinter einer Fassade und Schale verborgen und glücklich, endlich frei sein zu dürfen.

So fand ich mich wieder und es fühlte sich so gut an.

Jetzt war ich an den Punkt gekommen, meinen eigenen, selbstbestimmten Weg zu gehen…..Doch wo geht der los, wo führt er hin?

Auf dem Weg

Zahlreiche Bücher verschlang ich danach, ein jedes brachte mir neue Erkenntnisse, mal mehr, mal weniger. Und ein jedes kam wie von selbst zu mir, immer gerade zum rechten Zeitpunkt.

Meine Familie unterstützte mich, lies mich aber auch machen. So „färbte“ die neue, alte Bernadett auch auf andere ab. Und ich nahm wahr, dass selbst in meiner Familie Veränderungen stattfanden, die ich nicht für möglich gehalten hätte.

So wuchs und wächst unsere Liebe und Achtsamkeit zueinander immer mehr und gibt uns noch mehr Kraft für die Eindrücke und Erfahrungen von außen.

Was Du tun kannst

Im Folgenden möchte ich dir ein paar kleine Helferlein auflisten. Diese bewusst eingesetzt, haben mir besonders am Beginn meines Erkenntnisprozesses, den Einstieg sehr erleichtert. Später machst du gewisse Dinge sowieso automatisch, oder eben automatisch nicht. 😉

1. Kleine Soforthilfe-Tipps für einen Energie-Schub

  • Versuche Fernsehen, Computer und Internet auf ein Minimum zu beschränken. Das hilft dir, bei dir zu bleiben und dich auf dich und deine Familie zu konzentrieren.
  • Erzeuge dir bewusst auch mal Langeweile, setz dich auf die Couch mit einer Tasse Tee und tu einfach mal nichts, lass die Gedanken kommen und gehen. Das verhilft dir zu deiner eigenen Kreativität zu finden.
  • Trinke viel gutes Wasser ( möglichst stilles, gefiltertes Wasser) und versuche Alkohol zu minimieren oder gar zu meiden.
  • Suche dir Gleichgesinnte. Das darf auch im Internet sein, jedoch in einem für dich angemessenem Zeitrahmen. Weniger ist auch hier mehr.
  • Betreibe Psychohygiene mittels Meditation, Yoga, oder inspirierender und unterstützender Lektüre.

Wenn du jetzt ein wenig Kraft geschöpft hast und du dich stark genug fühlst zurück zu schauen, so starte einfach mit einem Lebenslauf, den du nur für dich schreibst und nur als Werkzeug zur Selbstreflexion.

2. Erkenne Dich selbst

Beginne auch du zunächst damit, herauszufinden, woher du kommst und wer du bist. Wer und was dich beeinflusst und geprägt hat.

Wenn du nun erkannt hast, was dich ausmacht und was dir gut tut bzw. dir Energien entzieht, beginne Dein Leben entsprechend zu gestalten.

3. Lerne Nein sagen

Hast du das Gefühl, du kannst nicht NEIN sagen und deine Woche ist total verplant, du hast für dich kaum Zeit?

Worauf wartest du? Fang an NEIN zu sagen und nimm dir Zeit für dich! Oft reicht schon eine halbe Stunde Auszeit.

4. Nutze die Kraft der Ernährung und der Natur um wieder aufzutanken

Holst du dir genug Kraft aus den Nahrungsmitteln, die du täglich zu dir nimmst? Ernährst du dich gesund? Nicht? Worauf wartest du? Fang an und ernähre dich bewusst!

Weisst du, welche Kraft in der Natur um uns herum steckt? Nein? Worauf wartest du? Geh hinaus in die Natur:

Der nächste Wald, die nächste Grünanlage, der nächste Park. Egal, was für dich als nächstes machbar ist. Schau mit Achtsamkeit, auf das, was dir begegnet. Spiel Beobachter, tue nichts und schau dir alles um dich herum genau an. Was siehst du?

Gras, Blumen, Bäume, Vögel…..Ruhe und Unbeschwertheit. Reges Treiben der Tierchen. Keine Bestimmung von außen, sondern instinktiv von innen heraus gelenkt.

Setz dich hin und atme einfach die Luft um dich herum. Nimm die Ruhe in dein Herz und deine Seele auf und du wirst merken, wie gut es tut, loszulassen und einfach mal nichts zu tun. Den Augenblick wahrnehmen und genießen. Deine verbrauchten Akkus aufladen.

Nimm dir dafür die Zeit, die brauchst und die du dir einrichten kannst. Selbst 15 Minuten bewirken Wunder. Auch wenn du nur am Wegesrand beim Spaziergang das Gras und ein Gänseblümchen betrachtest, hilft dir das, dich zu erden und du selbst zu sein.

5. Lass los

Wieder zu Hause angekommen, schau auf dich, betrachte dich im Spiegel. Siehst du einen Menschen, der dir gefällt? Siehst du einen Menschen, der zu sehr auf Äußerlichkeiten achtet? Kleidung und Make Up? Wünschst du dir es manchmal morgens einfacher, mit weniger Aufwand? Worauf wartest du? Fang an etwas wegzulassen!

Was ist mit Deinem Zuhause? Verschenke und entsorge die Dinge, die du nicht mehr benötigst und die dir nur als Ballast erscheinen.

Schau dann auf deine Beziehungen – deine familiären Bindungen, deine Freundschaften, Partnerschaft, deine Arbeitskollegen. Was möchtest du hier positiv verändern? Welche Menschen tun dir gut? Dann verbringe mehr Zeit mit ihnen und schöpfe daraus Kraft. Liebe, gute Gespräche, liebevoller Umgang und Inspiration.

Welche Menschen rauben dir Energie? Versuche diese Kontakte zu verringern. Lerne NEIN zu sagen. Oder brich Kontakte, die dir nicht gut tun, zunächst ab. Wenn es sein soll, dass der Kontakt bestehen bleibt, wirst du staunen , dass von der anderen Seite eine Wandlung von statten geht. Oder der Kontakt bleibt gelöst, dann ist auch das gut für dich.

Wie schaut es mit deinem Arbeitsplatz aus? Fühlst du dich wohl? Wenn nicht, schau was du auch hier ändern kannst!

Fazit

Wenn Du diese 5 Schritte gegangen bist, hast Du den Anfang gemacht. Es wird nie aufhören, denn du bist ständig in Bewegung, stets kommen und gehen Dinge in deinem Leben, die es wert sind, beachtet und wahrgenommen zu werden. Ganz gleich, ob gut oder schlecht. Es gehört alles zu dir und es liegt an dir, ob diese Dinge dich beeinflussen dürfen, oder ob du sie von dir abgrenzt (ohne sie zu verdrängen).

Du siehst jetzt, dass eine Veränderung durchaus machbar ist, wenn auch nicht innerhalb 2 Wochen.

Wichtig ist, dass du eine Entscheidung triffst – dass du jetzt anfängst!

Ich drücke dich von der Ferne und sage dir:

Du bist gut so, so, wie du bist! Du bist schön, kostbar und liebenswert.

Sage dir das immer, wenn du vor dem Spiegel stehst!

Deine Bernadett

Bernadett Strenger – stark und empfindsam für Mütter mit hochbegabten und hochsensiblen Kindern

Bernadett begleitet Mütter mit hochbegabten und/oder hochsensiblen Kindern, auf ihrem Weg zu einem glücklichen und gelassenen Miteinander.

Sie ist Mama einer 11-jährigen Tochter und gerade schwanger mit dem zweiten Kind. Über ihre größten Stärken als Frau und Mutter sagt sie:

„Ich bin erfüllt von Respekt, Achtsamkeit und Naturverbundenheit. Mein Bewusstsein, dass eine Frau stark und zugleich empfindsam sein darf und dass alles, was in mein Leben tritt, seinen Sinn hat, gibt mir Kraft – außerdem eine starke Verbundenheit innerhalb meiner Familie, sowie die Erdung im Kontakt mit der Natur. Über die Jahre habe ich gelernt, mich bei einem Zuviel von außen, abzugrenzen und zu filtern. Energie tanke ich z.B. im Yoga und bei Meditationen.“

Für mich ist Bernadett ein wunderbares Beispiel dafür, dass wir auch von einem ungünstigen Startpunkt aus, unseren Weg zu einem Leben nach einem eigenen Sinn finden können.

Wenn Du mehr von Bernadett lesen willst, besuche sie auf www.bernadettstrenger.com.

Lebe auch Du eigen-Sinnig!

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Übrigens: In die meisten meiner Artikel fließen Ideen aus der GFK und dem Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept ein.

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