Die 5 gefährlichsten Fallstricke bei der Kommunikation mit Deinem Partner

Kinder machen eine Partnerschaft meistens nicht gerade einfacher – es mangelt mit Kindern schlichtweg an Zeit und Aufmerksamkeit füreinander. Dazu kommen oft noch unterschiedliche Ansichten im Bezug auf den Umgang mit den Kindern.

Ich glaube, das sind nicht die einzigen Gründe für „dicke Luft“ in der Partnerschaft. Ich beobachte – bei mir selbst und anderen Frauen, dass wir uns als Mütter enorm schnell weiter entwickeln. Die Herausforderungen rund um die Kinder lassen uns einfach schnell wachsen. Das führt natürlich auch dazu, dass sich unsere Ansprüche an eine Partnerschaft verändern – und zwar oft ohne, dass uns das bewusst ist.

Dann fühlen wir uns, als „wäre die Luft raus“, als hätten wir den Kontakt zueinander verloren, als wäre alles einfach nicht mehr so gut wie früher. Ich halte den Blick zurück für absolut sinnlos. Wir sind nicht mehr die, die wir vor den Kindern waren. Ein bisschen mehr Zeit füreinander ändert daran auch nichts.

Der Alltag macht die Nähe

Wir brauchen einen ganz neuen Umgang miteinander im Alltag. Meistens haben sich da so viele entzweiende Verhaltensweisen eingeschliffen, dass sich Nähe auch nicht bei einem zweisamen Wochenende einstellen würde.

Doch was können wir dann tun? Wo können wir anfangen?

Der erste Schritt ist für mich, sich selbst im Alltag zu beobachten. Nimm erst mal völlig wertfrei wahr, wie Du mit Deinem Partner in Kontakt gehst. Was sagst Du? Welche Blicke schenkst Du ihm? Welche körpersprachlichen Signale sendest Du?

Stolpern erlaubt

Es kann sein, dass Du ganz schön schockiert bist, wie lieblos Eure Kommunikation im Alltag ist. Sei stolz auf Dich und freue Dich, dass Du es jetzt bemerkt hast. Jetzt kannst Du es verändern. Ich zeige Dir 5 weit verbreitet Fallstricke, auf die Du achten kannst.

Wenn Du trotzdem wieder stolperst: Das ist in Ordnung. Die Verhaltensweisen haben sich oft über Jahre hinweg eingenistet. Gib ihnen ein bisschen Zeit, ein neues Zuhause zu finden. Bleib einfach dran und ändere Schritt für Schritt eine Kleinigkeit nach der anderen.

Vermutlich wirst Du hin und wieder einen regelrechten Durchbruch erleben und denken, ihr hättet es jetzt geschafft. Und dann kommt der Alltag mit all seiner Macht und Du denkst, es wäre alles umsonst gewesen. Bleib dran! Gewohnheiten sind hartnäckig.

Fallstrick Nummer 1: Du bist nicht da

Mit am häufigsten höre ich von Frauen in Bezug auf ihren Partner: „Er nimmt mich einfach nicht mehr wahr. Ich sehne mich so danach, gesehen zu werden.“

Lange Zeit hat auch mich diese Sehnsucht gequält. Bis ich bemerkt habe, dass ich fast nie voll und ganz anwesend war, wenn ich mit meinem Mann gesprochen habe. Immer war meine Aufmerksamkeit im gleichen Moment auch noch auf etwas anderes gerichtet. Gedanklich war ich ganz wo anders – manchmal bei den Kindern, manchmal bei den Aufgaben, die noch vor mir lagen, manchmal bei dem, was ich von meinem Mann erwartete.

Sei ehrlich zu Dir selbst: Nimmst Du Deinen Partner wahr? Siehst Du ihn wirklich?

Es geht dabei nicht um tiefgründige Gespräche, sondern um die alltäglichen Augenblicke: Abschied, Begrüßung, sich einen guten Appetit wünschen, die ehrlich gemeinte Frage nach den Ereignissen des Tages.

Wichtig ist, dass Du nicht erwartest, dass er sofort entsprechend reagiert. Genieße einfach für Dich die Augenblicke, in denen Du ihn voll und ganz wahrnimmst.

Das kannst Du nicht, weil Du viel zu viel Wut und Groll in Dir spürst? Darauf werde ich im Fallstrick Nummer 4 näher eingehen.

Fallstrick Nummer 2: Du hörst nicht hin

Oft gelingt es uns vielleicht noch, voll und ganz bei uns und unserem Partner zu sein, wenn wir ein Gespräch beginnen. Dann lauert der nächste Fallstrick – und zwar an drei verschiedenen Stellen:

  1. Wir sind voll von dem, was wir unserem Partner mitteilen wollen. Wir reden drauf los und nehmen seine Wortbeiträge nur am Rande wahr. Ihm geht es vielleicht ähnlich. Oder er ist so erschlagen, von all dem, was Du sagst, dass er innerlich abschaltet.
  2. Wir hören die Informationen in dem, was unser Partner sagt und beschäftigen uns damit. Wir hören nicht wirklich hin. Wir hören nicht, um was es wirklich geht.
  3. Wir hören überall Vorwürfe und Angriffe und beginnen, uns zu verteidigen – und zwar ohne vorher wirklich verstanden zu haben, um was es unserem Partner geht.

In allen drei Fällen hören wir nicht hin. Hinhören bedeutet, mit offenen Ohren und offenem Herzen zu lauschen ohne zu werten. Hinhören bedeutet nachfragen. Hinhören bedeutet das Eigenen ganz raus zu lassen. Hinhören bedeutet ganz da zu sein.

Echtes Hinhören kann ganz schön anstrengend sein, wenn wir es nicht gewöhnt sind. Beginne mit kleinen Übungen. Wenn es Dir bei Deinem Partner nicht gelingen will, weil sich schon so viel Frust angestaut hat, dann übe vielleicht erst mal mit Deinen Kindern.

Fallstrick Nummer 3: Du glaubst, Du kennst ihn

„Er wird so und so wieder…“

Ich bin oft schockiert, wie resigniert und abfällig viele Frauen von ihren Partnern denken und oft auch sprechen. „Es nützt eh alles nichts. Es bleibt eh alles, wie es ist.“ Na dann. Finde Dich damit ab oder geh. Oder lass Deine vorgefertigten Meinungen los und lass Deinem Partner, Dir selbst und Eurem Leben die Chance, sich zu entwickeln (Im wahrsten Sinne des Wortes ENT-wickeln.)

Klar: Meist teilen wir schon seit einigen Jahren unser Leben, wenn der Ärger richtig losgeht. Wir haben schon viel zusammen erlebt und das Verhalten unseres Partners schon hunderte Male beobachtet. Wir glauben zu wissen, wie er sich in welcher Situation verhält.

Ob wir damit recht haben, ist völlig unerheblich. Fakt ist, dass wir uns doppelt und oft sogar dreifach ärgern: Wenn er seine Socken vor den Wäschekorb schmeißt ärgern wir uns jetzt, wir ärgern uns, weil er es schon wieder getan hat und deshalb, weil wir sicher sind, dass er es auch morgen wieder tun wird. Wem nützt das? Richtig: Niemandem. Und wem schadet es? Richtig: Dir.

Du kannst diese Situationen mit 3-fachem Ärger ganz leicht enttarnen. Du sagst dann Dinge wie: „Du hast schon wieder…“, „Kannst Du nicht endlich mal…“, „Immer…“.

Lass es sein! Ärgere Dich jetzt und verleihe dem Ausdruck. Denn nur jetzt kann Dein Partner auch etwas ändern. Er kann weder die Socken von gestern wegräumen (die Du schon voller Groll in die Wäsche gepackt hast), noch kann er jetzt die Socken von morgen wegräumen.

„Oh man, diese blöden Socken gehören in den Wäschekorb. Räum sie bitte jetzt da rein. Ich will diese Stinkedinger nicht anfassen.“

Jetzt denkst Du vielleicht: „Das wird auch nichts bringen. Er wird sie morgen wieder liegen lassen.“

Erstens: Das mag sein. Wenigstens hast Du Dich jetzt nur einfach geärgert. Und das kannst Du morgen wieder tun. Und dann wieder und wieder und wieder. Oder Du triffst eine klare Entscheidung, ärgerst Dich nicht mehr und wäschst die blöden Socken einfach mit. Oder Du triffst eine klare Entscheidung, ärgerst Dich nicht mehr, wäschst die Socken einfach nicht mehr und teilst Deinem Partner das ruhig und bestimmt mit.

Zweitens: Die Strategie, die Du bisher gefahren hast, hat auch nichts gebracht. Warum nicht einfach mal was Neues probieren?

(Die Socken stehen stellvertretend für alle möglichen Verhaltensweisen, die nerven.)

Fallstrick Nummer 4: Du weißt nicht, was Du willst

Hast Du manchmal das Gefühl, Deine ganze Liebe und Zuneigung zu Deinem Partner ist unter einem riesigen Haufen Groll auf ihn verschüttet? Dann mach Dich auf, diesen Berg abzutragen. Denn solange er noch da ist, weißt Du ja gar nicht, ob da noch Liebe und Zuneigung ist und ob Du Dein weiteres Leben mit diesem Mann verbringen willst.

Um einen Haufen abzutragen, macht es Sinn erst mal zu wissen, aus welchem Material der Haufen besteht. Also, woher kommt dieser ganze Groll? Genau, Du hast seit Jahren nicht das bekommen, was Du brauchst. Der Haufen Groll besteht also aus lauter unerfüllten Bedürfnissen.

Du glaubst, Dein Partner hat Dir diese Bedürfnisse nicht erfüllt?

Bitte beantworte Dir selbst ehrlich drei Fragen:

  1. Weißt Du selbst genau, welche Bedürfnisse das eigentlich sind und kannst Du sie benennen?
  2. Hast Du selbst die Verantwortung für die Erfüllung Deiner eigenen Bedürfnisse übernommen und tust selbst alles in Deiner Macht stehende dafür, dass es Dir gut geht?
  3. Hast Du Deinem Partner schon mal gesagt, was genau Du von ihm brauchst?

Wenn Du nur eine einzige dieser Fragen mit Nein oder mit einem nur zögerlichen Ja beantwortest, dann hast Du Hausaufgaben. Finde heraus, was Du willst, wie Du es bekommen kannst, wer dazu beitragen kann und wie Du das demjenigen (Deinem Partner?) deutlich sagen kannst.

Diese Hausaufgaben kannst Du wunderbar im Rahmen meiner kostenfreien 5-Tage-Challenge „Mehr Klarheit in der Sprache, mehr Leichtigkeit im Alltag“ machen. In dieser Challenge geht es eher um unseren Umgang mit unseren Kindern. Doch zum einen gilt alles, was für Kinder gilt, auch für Erwachsene. Zum anderen ist in der zur Challenge gehörenden Facebookgruppe jede Menge Raum, um auch über Herausforderungen in der Partnerschaft zu diskutieren.

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Gratis 5-Tage-Challenge für Mütter
„Mehr Klarheit in der Sprache,
mehr Leichtigkeit im Alltag!“

vom 13.10. – 18.10.2019


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Fallstrick Nummer 5: Du glaubst, er müsste auch mitziehen

Ein weit verbreiteter Irrtum (dem auch ich viele Jahre verfallen war) ist der folgende:

„Wenn sich in unserer Partnerschaft etwas verändern soll, muss er halt auch wollen und was verändern. Ich kann noch so viel an mir arbeiten, wenn er nicht mitzieht, dann hilft alles nichts.“

Das ist einfach nicht wahr! Wenn sich einer in der Partnerschaft (das ist immerhin die Hälfte von zwei Menschen) verändert, dann verändert das auch etwas in der Partnerschaft. Das heißt natürlich nicht, dass sich Dein Partner verändert und es heißt auch nicht, dass die Partnerschaft Dir mehr von dem gibt, was Du brauchst. Doch es wird sich etwas bewegen! Für Dich!

Es geht nicht darum, alles hinzunehmen, was unser Partner tut. Es geht darum Dich selbst und Deine Bedürfnisse immer besser kennen zu lernen, immer besser für Dich selbst zu sorgen, immer klarer und liebevoller zu sagen, was Du willst und brauchst. Das kann auch mal bedeuten, dass Du Dich für eine Zeit lang abwendest – ohne Dich zwangsläufig gleich trennen zu müssen.

Dann wird es Dir immer und immer besser gehen. Entweder mit Deinem Partner oder Du wirst so viel Kraft und Klarheit gewinnen, dass Du Dich lösen kannst. Und das heißt nicht aufgeben! Wenn Du das Gefühl hast, aufgeben zu müssen, dann bist Du noch nicht nahe genug an Dir selbst dran. Davon bin ich zutiefst überzeugt.

Deinem Partner gibst Du damit die Chance, sich selbst ebenfalls kennen zu lernen. Wenn Du ganz klar bist, schenkst Du Deinem Partner damit ganz viel Freiraum für eigene Entscheidungen. Meiner Ansicht nach ist das die einzige Chance für eine dauerhaft erfüllende Partnerschaft.

Beantworte Dir ehrlich diese Fragen:

  • Bin ich im Frieden, mit dem was war?
  • Habe ich meine Vorstellungen davon, wie mein Partner ist, losgelassen?
  • Habe ich meine Vorstellungen davon, wie mein Partner sein sollte, losgelassen?
  • Habe ich meine Sinne und mein Herz für meinen Partner weit offen?
  • Lasse ich die Verantwortung für sein Leben bei ihm?
  • Weiß ich was ich will?
  • Habe ich die Verantwortung für meine Bedürfnisse übernommen?

Wenn Du all diese Fragen mit einem klaren, ehrlichen Ja beantworten kannst, dann lebst Du in einer zufriedenen Partnerschaft. Das geht gar nicht anders. Wenn Du gerade noch gar nicht weißt, wie Du das hinbekommen sollst, dann empfehle ich Dir nochmal meine kostenfreie 5-Tage-Challenge. Du wirst dort eine Vorstellung davon bekommen, wie weit Dich klare Kommunikation auch in Deiner Partnerschaft bringen kann.

Fazit

Vom kinderlosen Paar werden die wenigsten einfach so zu einem zufriedenen, harmonischen Elternpaar. Dafür verändert sich einfach zu viel, wenn wir Eltern werden. Auch beide Partner verändern sich enorm – doch oft nicht unbedingt in die gleiche Richtung.

Da braucht es ganz viel Achtsamkeit, innere Klarheit, Offenheit und Einfühlung (in sich selbst und in den Partner), um weiterhin Erfüllung in der Partnerschaft zu finden.

Wenn wir darauf achten, dass wir

  • in möglichst vielen Situationen mit unserem Partner wirklich da sind,
  • richtig hinhören,
  • unserem Partner Raum dafür lassen, seine eigenen Veränderungen zu machen,
  • herausfinden, was wir wirklich wollen und
  • aufhören, Veränderungen von unserem Partner zu erwarten,

dann werden wir unsere Partnerschaft auf ein neues Level bringen. Ganz sicher!

Ich wünsche Dir ganz viele innige Momente mit Deinem Partner und vor allen Dingen mit Dir selbst.

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Übrigens: In die meisten meiner Artikel fließen Ideen aus der GFK und dem Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept ein.

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