Willst Du mit Deinen Kindern gelassen in den Tag starten und dabei Deinen Zeitplan einhalten?

Könnte einer der folgenden Sätze von Dir stammen?

  • Es nervt mich, dass ich morgens für alle mitdenken muss.
  • Es ist jeden Morgen ein Drama, bis alle angezogen am Frühstückstisch sitzen.
  • Meistens stehen die Kinder erst auf, wenn ich einen Schrei los lasse.
  • Egal was ich mache, am Ende ist es immer ein riesiger Stress, halbwegs pünktlich aus dem Haus zukommen.

Hast Du jetzt ein- oder mehrmals genickt? Dann gönne Dir 10 Minuten, um diesen Artikel zu lesen und Dir selbst einige Fragen zu beantworten. Du wirst am meisten von den Anregungen profitieren, wenn Du mitdenkst.  😉

Kommunikation beginnt im Kopf.

Beim Lesen des heutigen Artikels wirst Du Dich vielleicht manchmal fragen, was das mit Kommunikation zu tun hat. Ganz einfach: Jede Kommunikation beginnt in den Köpfen der Gesprächspartner. Unsere inneren Bilder, Gedanken, Einstellungen, Meinungen und Befindlichkeiten wirken sich stark auf unsere Art zu kommunizieren aus.

Ein hektischer Tagesbeginn ist erfahrungsgemäß Gift für eine klare und freundliche Kommunikation. Deshalb beginne ich diesen Artikel mit einem Blick in Deinen Kopf, anstatt Dir Kommunikationstipps vorzusetzen.

Die Situation ist, wie sie ist.

Ich kenne Deine Familiensituation nicht. Und doch bin ich mir sicher, dass Du gute Gründe dafür hast, warum Du morgens einen bestimmten Zeitplan einhalten willst. Vielleicht wollt Ihr – Du und Dein Partner – einfach pünktlich in der Arbeit sein, um Stress mit Euren Chefs zu vermeiden. Oder Euer Kindergarten ist sehr streng mit den Bringzeiten. Oder es gibt ein Transportproblem, wenn Deine Kinder den Schulbus verpassen. Oder, oder, oder…

Ich lade Dich dazu ein, jetzt gleich etwas tiefer zu schürfen und DEINE guten Gründe zu entdecken.

Vielleicht denkst Du jetzt: „Na, die Kinder müssen halt einfach um acht in der Schule sein.“ Das ist NICHT DEIN guter Grund.

Finde Dein Warum.

Warum willst DU, dass Deine Kinder pünktlich in der Schule sind? Willst Du ihnen Ärger ersparen? Oder ist es Dir persönlich peinlich, wenn Deine Kinder ständig zu spät kommen? Oder hast Du noch einen ganz anderen Grund?

Warum willst DU zu einem bestimmten Zeitpunkt am Kindergarten sein? Weil es Dir wichtig ist, ein gutes Verhältnis zu Deinem Chef zu pflegen und Du dafür pünktlich in der Arbeit sein willst? Oder weil Du weißt, dass Dein Kind sich mit immer gleichen Abläufen leichter tut? Oder aus einem ganz anderen Grund?

Warum willst DU, dass alle um 7:15 Uhr am Frühstückstisch sitzen? Weil Dir die gemeinsame Zeit beim Essen wichtig ist? Oder weil Du glaubst, dass das Frühstück für Deine Kinder wichtig ist? Warum?

Formuliere drei bis vier klare Sätze zu Deiner persönlichen Situation.

Ich will… Dafür brauche ich…. Deshalb will ich, dass um Uhrzeit….

WICHTIG: Orientiere Dich an dieser Satzstruktur. „Es ist wichtig, dass…“, „Ich muss eben, weil … es von mir erwartet.“, oder ähnliche Sätze gelten nicht. 😉

Es geht um DICH und darum, dass DU einen angenehmen Morgen hast.

Beispiele:

Der Grund von Moni, berufstätige Mutter von zwei Kindern

„Ich will, dass meine Kollegen mich trotz meiner Teilzeitstelle als vollwertige Mitarbeiterin wahrnehmen. Dafür will ich bei den Teambesprechungen am Morgen dabei sein und pünktlich kommen. Damit ich das schaffe, muss ich um 8:00 Uhr am Kindergarten losfahren.“

Der Grund von Nina, Vollzeitmutter von drei Kindern

„Mit drei Kindern zwischen 0 und 5 ist mein Alltag anstrengend und voller Überraschungen. Ich will sparsam mit meiner Energie sein. Klare zeitliche Strukturen tun mir gut. Deshalb will ich die beiden Großen noch vor dem Morgenkreis im Kindergarten haben, um danach einen Spaziergang mit dem Hund zu machen. Da schläft die Kleine im Kinderwagen nochmal ein, und ich kann nach dem Spaziergang zuhause einiges schaffen.“

Wie ist es bei Dir?

Übernimm die Verantwortung für Dich und lasse den anderen die ihre.

Wenn Du die Übung aus dem ersten Teil gemacht hast, weißt Du jetzt: DU bist es, die einen bestimmten Zeitplan einhalten will. Niemand sonst.

Dein Kindergartenkind bringst Du niemals in den Kindergarten, um ihm einen Gefallen zu tun. So kleine Kinder leben immer im hier und jetzt. Auch wenn sie es noch so lieben beim Morgenkreis die Lieder zu singen – JETZT ist es eben wichtiger, den Schnürsenkel neu in den Schuh zu fädeln. Wenn sich Dein Kindergartenkind beeilt, dann immer aus Spaß oder um Dir eine Freude zu machen.

Dein Grundschulkind versteht schon viel. Konzepte wie Schulpflicht kann es noch nicht begreifen. Auch was es mit seiner Zukunft zu tun haben soll, wenn es jetzt noch müde ist und lieber Cd hören will, kann es nicht verstehen. Doch wahrscheinlich wird es sich an Deinen Zeitplan halten, wenn Du klar und freundlich kommunizierst.

Dein Teenager weiß wahrscheinlich, dass er irgendwann Geld verdienen muss und eine Ausbildung dafür wichtig ist. Und er weiß auch, dass seine Ausbilder erwarten, dass er pünktlich ist. Gleichzeitig ist er voll gefordert von all den Veränderungen, die so ein Teenager-Leben mit sich bringt. Es tut ihm sicher gut, Deine liebevolle Unterstützung zu bekommen. Doch lass die Verantwortung bei ihm. Sonst nervt es Euch beide.

Dein volljähriges Kind nimmt vielleicht noch immer gerne Deine Hilfe an, um mit seiner Zeitplanung klar zu kommen. Achte darauf, dass Du die Verantwortung bei ihm lässt, und nur hilfst, solange Du es mit freundlich zugewandt tun kannst.

Dein Partner ist erwachsen. Er darf seinen eigenen Zeitplan machen und sich selbst dafür einsetzen, dass er ihn einhalten kann.

Es geht um Deinen Zeitplan. Übernimm die Verantwortung dafür, dass Du ihn einhalten kannst. Sei freundlich zu den Menschen, die sich nach Dir und Deinem Zeitplan richten.

Sei vorbereitet.

Vorbereiter zu sein, ist im Leben mit Kindern enorm erleichternd. Es gibt eine Menge Bücher, in denen viel darüber geschrieben steht.

Abends alle Kleidungsstücke schon bereit legen, Frühstückstisch decken und eine bunte To-Do-Liste schreiben. Mindestens eine halbe Stunde vor den Kindern aufstehen, ein Glas frisches Wasser trinken und erstmal eine runde Meditieren. Mindestens eine viertel Stunde Puffer einplanen.

All das kann jeder einzelnen von uns nach ihrem Geschschmack helfen.  Dein Warum zu kennen und bewusst die Verantwortung dafür zu übernehmen, ergänzt diese organisatorischen Vorbereitungen wunderbar. Gönne Dir ausreichend Zeit, um bewusst zu handeln, statt Dich treiben zu lassen.

Jetzt gebe ich Dir noch drei Anregungen, wie Du die morgendliche Atmosphäre in Deiner Familie freundlicher machen kannst:

Erinnere Dich.

Erinnere Dich noch bevor Du die Kinder weckst daran: Du willst Deinen Zeitplan einhalten. Behandle alle anderen so, wie Du behandelt werden möchtest, wenn Du Dich nach jemand anderem richten würdest.

Wünsche Deinen Lieben einen guten Morgen.

Wie nimmst Du am Morgen Kontakt zu Deinen Lieben auf? Brummst Du ein „Morgen.“ in Richtung Deines Partners und schleppst Dich dann direkt ins Badezimmer? Rennst Du von einem ersten Energieschub getragen durch alle Kinderzimmer und rufst „Aufstehen!“ während Du schon die Rollläden hochziehst?

Probiere es doch mal damit:

Schaue Deinem Partner in die Augen, schenke ihm ein Lächeln und einen vollständigen Satz: „Ich wünsch Dir einen guten Morgen!“ (Wenn Deine Augen noch nicht aufgehen und Dir Lächeln unmöglich erscheint, dann tut es auch eine Umarmung. 😉 )

Sei auch beim Wecken Deiner Kinder sanft. Warte noch, bevor Du Licht ins Zimmer lässt. Geh zum Bett und berühre Dein Kind sanft. Gönne Dir einen Augenblick, Dich über Dein Kind zu freuen. „Hallo meine Kleine, die Nacht ist zu Ende. Ich wünsche Dir einen guten Morgen.“ Und je nach Alter, tut sicher auch Deinen Kindern eine kleine Kuscheleinheit gut.

Probiere es aus. Es wird Deinem Vormittag eine ganz andere Qualität geben.

Verschenke Augenblicke.

Halte die freundliche Stimmung, indem Du Augenblicke verschenkst. Ich meine damit Momente, in denen Du Deine Lieben bewusst wahrnimmst. Vielleicht bemerkst Du dann, wie Du einem Familienmitglied etwas Gutes tun könntest. Vielleicht willst Du zwischendrin mal einen Kuss oder eine Umarmung verschenken.

Und vor allen Dingen: Lass Deine Kinder die Dinge so oft es geht auf ihre Art tun.

Deine Achtjährige will ihre Zähne im Bett putzen? Kauf eine magenfreundliche Zahnpasta und bringe ihr die Zahnbürste ans Bett. Dein Vierjähriger wacht schwer auf und hat schlechte Laune, wenn Du ihn weckst? Plane fünf Minuten ein, um eine Aufwachgeschichte vorzulesen. Dein Teenager will lieber bis zur letzten Minute im Bett bleiben, statt mit Euch zu frühstücken? Besprich mit ihm, was er auf dem Weg zur Schule Gesundes essen könnte.

Finde Deine eigenen, kreativen Lösungen, mit denen sich alle möglichst wohl fühlen. Auch wenn es sich vielleicht „nicht gehört“.

Sei freundlich und sei großzügig mit Deiner Zeit. Du wirst Freude und Zeit gewinnen!

Fazit

Morgens eine ganze Familie auf den Weg in den Tag zu bringen ist schwierig.  Wenn Du diese Schritte beachtest, wird es leichter:

  • Mache Dir klar, warum es DIR wichtig ist, einen bestimmten Zeitplan einzuhalten.
  • Übernimm die Verantwortung für Deinen Zeitplan und seine Einhaltung. Überlasse Deinen Familienmitgliedern – je nach Alter – die Verantwortung für die ihren.
  • Bereite Dich auf die morgendliche Routine vor.
  • Erinnere Dich an Dein Warum für Deinen Zeitplan und an Deine Verantwortung dafür.
  • Wünsche Deinen Lieben mit einem vollständigen, zugewandten Satz einen guten Morgen.
  • Schenke Deinen Lieben immer wieder Deine Aufmerksamkeit. Handle so, dass Ihr Euch alle möglichst wohl fühlt.
  • Lies diesen Artikel. Dort findest Du weitere Anregungen, wie es Dir gelingen kann, gelassen zu bleiben.

Ich wünsche Dir viele wunderbare Augenblicke mit Deiner Familie – besonders am Morgen.

Lebe eigen-Sinnig!

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Übrigens: In die meisten meiner Artikel fließen Ideen aus der GFK und dem Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept ein.

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