Wie Du als Mutter nie mehr eine Entscheidung treffen brauchst

Kind rennt in neuen Turnschuhen auf eine Pfütze zu – als Mutter entscheidest Du blitzschnell, ob Du die Turnschuhe schützt oder Dein Kind in seiner Freude bestärkst.

Zwiebeln brutzeln, Kind ruft, jemand klingelt an der Haustüre – als Mutter entscheidest Du in Sekundenbruchteilen, was in diesem Moment am dringlichsten ist.

Manchmal entscheidest Du Dich falsch. Und ganz oft kosten Dich diese unzähligen kleinen und großen Entscheidungen viel Kraft.

Wenn Du jetzt nickst, dann ist dieser Artikel genau richtig für Dich. Du erfährst, warum Du Dich nie mehr entscheiden brauchst und was Du statt dessen tun kannst.

Diana Grabowski hat mich mit Ihrer Blogparade „Kraftvolle Entscheidungen“ zu diesem Artikel inspiriert.

Warum entscheiden so anstrengend ist

„Ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche Schuhe ich nehmen soll.“

“ Die Entscheidung, ob wir in diesem Jahr unseren Familienurlaub auf dem Bauernhof oder am Meer verbringen sollen, fällt uns ganz schön schwer.“

„Ich weiß nicht, ob es für mein Kind schon warm genug ist, ohne Mütze herumzulaufen. Ich habe Angst die falsche Entscheidung zu treffen.“

„Ich muss mich jetzt endlich entscheiden ob ich mir eine halbstündige Pause gönne oder lieber Ordnung in unserem Heim schaffe. Sonst ist die Zeit um.“

„Erlaube ich nun noch mehr Süßes, oder nicht? Jeden Tag die gleiche Entscheidung! Das nervt!“

„Ich will einfach nicht alleine entscheiden, ob meine Kleine von einer Tagesmutter betreuen lasse und doch schon jetzt wieder arbeiten gehe.“

Was solche Sätze bewirken, will ich Dir zeigen:  Nimm an, eine Freundin erzählt Dir von ihrer Situation. Sie beendet ihren Bericht mit einem der folgenden Sätze. Achte darauf, wie ich in dem Video – in der Rolle Deiner Freundin – bei Dir ankomme.

Wirkt Deine Freundin mit diesen Sätzen kraftvoll auf Dich? Selbstbewusst? Hat sie Hoffnung, das Richtige zu tun?

Sagst oder denkst Du solche Sätze auch? Und fühlst Du Dich damit wohl? Wahrscheinlich nicht, denn sonst würdest Du diesen Artikel nicht lesen. Ich verrate Dir, woher dieses Unbehagen kommt:

Das Wort „entscheiden“

Das Wort „entscheiden“ ist zusammengesetzt aus der Vorsilbe „ent-“ und dem Wort „scheiden“. Scheiden bedeutet „trennen, spalten“. Die Vorsilbe „ent-“ bezeichnet den Gegensatz.

Du machst also etwas (wieder) ganz, wenn Du entscheidest. Wenn Du Dich entscheidest, machst Du sogar etwas in Dir wieder ganz. Das kannst Du auch in zahlreichen Redewendungen erkennen:

Ich fühle mich zerrissen. Wenn ich mich entscheide, fühle ich mich wieder ganz.

Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Wenn ich mich entscheide, werden sie wieder eins.

Ich bin hin und her gerissen. Wenn ich entscheide, habe ich wieder festen Boden unter den Füßen.

Der Prozess und das Ergebnis der Entscheidung sind also durchaus erstrebenswert. Doch das Wort „entscheiden“ lenkt unseren Blick im ersten Moment auf etwas Gespaltenes und erst danach auf das Zusammenfügen. Da ist also ein Graben, den es zu überwinden gilt. Ganz schön anstrengend, oder?

Was wir statt dessen tun können

Wie Du sicher selbst gemerkt hast, sind Worte durchaus in der Lage uns Energie zu rauben. Ich habe eine gute Nachricht für Dich: Es gibt auch Worte, die uns Energie geben und unseren Blick direkt auf das Ergebnis lenken.

Beispiele:

„Ich brauche erst noch zehn Minuten Ruhe für meine Meditation. Dann werde ich ein Paar Schuhe auswählen.“ 😉

„Ich brauche noch mehr Informationen über die beiden Urlaubsziele. Dann werde ich Dir sagen können, welche Alternative ich vorziehe.“

„Ich will erst aufs Thermometer schauen. Wenn es über 5 Grad hat, kann ich beruhigt zustimmen, dass Du die Mütze ausziehst.“

„Ich werde mich jetzt 3 Minuten ruhig hinsetzten und in mich hineinhören. Danach werde ich zwischen Pause und Ordnung wählen.“

„Ich werde die Süßigkeiten für zwei Wochen zur freien Verfügung stellen und schauen, wie es den Kindern und mir damit geht. Dann werde ich die Vor- und Nachteile abwägen.“

„Ich öffne mich der Möglichkeit meine Kleine stundenweise von einer Tagesmutter betreuen zu lassen. Ich werde Gespräche mit ihr und meinem Chef führen. Dann werde ich einen der beiden Wege wählen.“

Willst Du die Wirkung der verschiedenen Sätze im Vergleich mit der Formulierung mit „entscheiden“ erleben? Dann schau Dir das Video an und achte darauf, was bei Dir ankommt.

Willst Du wissen, wie auch Du in Zukunft ohne „entscheiden“ auskommst? Dann lies weiter.

Drei Wortschatz-Kisten

treasure-chest-242317_1280

Ich biete Dir drei Wortschatz-Kisten an, mit deren Inhalt (fett gedruckt) Du Deinen eigenen aktiven Wortschatz bereichern kannst.

Hast Du eine bestimmte Situation im Blick, in der Dir die Entscheidung schwer fällt?

Wähle nun aus jeder der drei Wortschatz-Kisten ein zu Deiner Situation passendes Wort. Daraus kannst Du Dir dann Deine eigenen kraftvollen Sätze bilden. Die Bauanleitung findest Du am Ende des Artikels.

1. Davon hast Du mindestens zwei

1Gönne Dir Klarheit durch eine differenzierte Wortwahl.

2. Das kannst Du damit tun

Was Du nun mit den Dingen, Möglichkeiten, Handlungsweisen oder Wegen anfängst, ist ebenfalls von Situation zu Situation verschieden.

2Und hier noch ein ganz besonderes Wort: Hat Dein Mann sich für Dich entschieden, oder Dich auserkoren? Welche Formulierung zaubert eher ein Lächeln auf Dein Gesicht?

Schöpfe aus dem reichen Wortschatz, um ein angemessenes Wort für Deine Situation zu finden.

3. Das hilft Dir dabei

Du weißt jetzt also was da ist und was Du damit tun wirst.

Was brauchst Du, damit Dir das gelingt?

3

Bauanleitung

Deine neue, kraftvolle Formulierung kannst Du nun so zusammenbauen:

„Ich brauche noch ein Wort aus der dritten Kiste. Dann werde ich eine Kombination aus einem Wort aus der ersten Kiste und einem Wort aus der zweiten Kiste tun.“

Beispiel: „Ich brauche erst noch etwas Zeit zum nachdenken. Morgen werde ich eine der beiden Chancen ergreifen.“

Frage gerne in meiner Facebookgruppe nach, wenn Du Dir Unterstützung für Deine neue Formulierung wünschst.

Und dann tue es einfach

Die neue Formulierung wird Dir einen Schub geben. Lass Dich auch schieben und tue den ersten Schritt.

Und wenn Du dann im Nachhinein bemerkst, dass Du „die falsche Entscheidung“ getroffen hast?

Dann gönne Dir zu denken: „Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gewählt. Jetzt bin ich schlauer! Ich werde schauen, was jetzt für mich passt.“

Fazit

Eine Formulierung wie „Ich muss mich entscheiden!“ lenkt Deinen Blick auf den Zwiespalt. Diese Kluft zu überwinden kostet viel Energie. Sagst oder denkst Du dagegen: „Ich brauche noch mehr Informationen, um eine Alternative wählen zu können.“ liegt das nächste Stück des Weges schon offen und klar vor Dir.

Du musst Dich nicht entscheiden. Hole Dir was Du brauchst, um Dir Klarheit zu verschaffen. Dann gehe den nächsten Schritt in die Richtung, die Dir am sinnvollsten erscheint. Deine Worte weisen Dir den Weg – und die kannst Du selbst wählen.

Hat dieser Artikel, etwas in Dir bewegt? Dann freue ich mich, wenn Du ihn mit Deinen Freundinnen teilst.

Gefällt Dir? Dann teile den Artikel mit anderen Müttern!

Willst Du mehr von mir erfahren? Dann komm einfach mit und schau Dich um. Am besten Du startest hier.

Übrigens: In die meisten meiner Artikel fließen Ideen aus der GFK und dem Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept ein.

Kommentare geschlossen.