5 Tipps gegen Selbstvorwürfe und Schuldgefühle als Mutter

Selbstvorwürfe und Schuldgefühle als Mutter

Unzufrieden? Selbst schuld! Kinder hören nicht? Selbst schuld! Haushalt ein einziges Chaos? Selbst schuld! Kinder schlecht gelaunt? Selbst schuld! Streit mit dem Partner? Selbst schuld! Krank? Selbst schuld! Selbstvorwürfe und Schuldgefühle als Mutter sind an der Tagesordnung. Was Du dagegen tun kannst, erfährst Du hier.

Selbst schuld!

Diese Liste könnte ich noch eine Weile fortsetzen. Und mitunter kommt es mir so vor, als wäre das tatsächlich so:

Nur ich alleine habe Einfluss darauf, ob ich zufrieden bin. Wenn die Kinder nicht hören, dann kann ich sicher sein, dass ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe. Wenn unser Zuhause im Chaos versinkt, habe ich es schleifen lassen und eine Zusammenarbeit mit dem Rest der Familie nicht klar genug angeleitet. Auf die Laune meiner Kinder hat es maßgeblichen Einfluss, wie ich selbst gelaunt bin – worauf wiederum nur ich selbst Einfluss habe. Wenn ich mit meinem Mann streite, habe ich ganz sicher etwas gesagt, was bei näherer Betrachtung geschickter hätte formulieren können. Wenn ich mich vor Rückenschmerzen nicht rühren kann, habe ich ganz sicher schon Wochen vorher erste Anzeichen von Energiemangel ignoriert, statt auf mich zu achten und mir etwas Gutes zu tun.

Also – selbst schuld!

Sind meine Schuldgefühle als Mutter wahr?

Manchmal – wenn ich gerade einfach geschafft bin und vielleicht auch noch ein paar „Empfindlichkeitshormone“ durch meinen Körper fließen – neige ich dazu, es so zu sehen und ziehe mich damit zusätzlich runter.

Ist mein Energielevel dagegen halbwegs auf der Höhe und ich bei klarem Verstand – wie jetzt beim Schreiben dieses Artikels – weiß ich eines ganz genau:

Die Frage nach der Schuld bringt uns schlicht nicht weiter. Sie lenkt unseren Blick in die völlig falsche Richtung. Selbstvorwürfe kosten uns noch zusätzlich Unmengen von Energie.

Keine Schuld, sondern Verantwortung

Es geht nicht um Schuld, sondern um Verantwortung. Verantwortung kann ich tragen und damit etwas bewirken oder sie bewusst abgeben. Anders als bei der Schuld, die an mir klebt, die ich mitschleppe und damit wertvolle Ressourcen verschwende.

Jetzt magst Du Dich fragen, warum die Verantwortung für so vieles in der Familie wie selbstverständlich bei uns Müttern liegt (natürlich wird es Ausnahmen geben, z.B. in Familien, in denen der Vater mehr Zeit zu Hause verbringt, als die Mutter).

Die Antwort auf diese Frage habe ich für mich in dem Wort Verantwortung gefunden:

Die Ver-Antwortung hat diejenige, die die Antworten hat und damit geben kann.

Die verantwortliche Mutter

Und wer kennt uns selbst, die Befindlichkeiten unsere Kinder, die Abläufe in unserem Haushalt, die Mechanismen in unserer Paarbeziehung und unseren eigenen Körper schon so gut wie wir selbst? Es ist doch klar, dass wir die meisten Antworten wissen und damit verantwortlich sind.

Einschub: Manch ein Leser mag jetzt aufschreien: Und was ist mit den Vätern?

Wie ich oben schon schrieb: Es mag sie geben, die Männer, die sich ebenso tief in die Kinder einfühlen können, die einen ebenso großen oder einen größeren Beitrag zum Haushalt leisten, die sich ebenso viele Gedanken um die Paarbeziehung machen wie ihre Frauen. Doch sind sie (noch) die Ausnahme – und ich finde das auch ganz natürlich.

Es sind nun mal wir Frauen, die die Kinder 9 Monate im Bauch tragen und dann oft monate- oder gar jahrelang an unserem Busen nähren. Es gibt nun mal (nachweisbare Strukturen) im Gehirn, die uns Frauen auf anderen Gebieten stark machen, als unsere Männer.

Es ist deshalb nur logisch, dass Frauen in der Familie eine andere Rolle einnehmen, als Männer. Dieses Bewusstsein hilft uns dabei, die folgenden Tipps gegen die ewigen Selbstvorwürfe zu nutzen.

Fünf Tipps gegen Selbstvorwürfe und Schuldgefühle

Tipp 1: Hör auf über Schuld nachzudenken, nimm die Verantwortung bewusst an und trage sie mit Stolz.

Dann hast Du die Macht, Dein Leben zu gestalten und zum Glück und zur Zufriedenheit in Deiner Familie beizutragen.

Und was, wenn Dir die Umsetzung von Tipp 1 gerade einfach nicht gelingen will? Wenn Du so empfindlich bist, dass Du alles sofort auf Dich beziehst und dann auch noch selbst auf Dir herumhackst?

Dann bist Du vermutlich gerade an einem Tiefpunkt Deines Energielevels angekommen. Jetzt brauchst Du erst mal neue Energie.

Tipp 2: Benenne das Ende Deiner Kraft.

Du fährst auf Reserve. Bei Deinem Auto wäre Dir jetzt sofort klar, was Du zu tun hast: Tanken gehen!

Für Dich als Familienmanagerin ist das nicht so einfach. Um Energie tanken zu können, brauchst Du erstmal Zeit. Und das erfordert fast immer Absprachen mit anderen Menschen.

Eine ausgesprochen zeitsparende Variante Deinen Energielevel anzuheben findest Du in meiner kostenfreien E-Mail-Serie „Raus aus der Erschöpfungsfalle“.

Tue es jetzt! Wenn Du weiter auf Reserve fährst und irgendwann liegen bleibst, dann werden sich auch Lösungen finden. Also sprich jetzt ganz offen aus: „Ich merke gerade, dass ich kaum noch Kraft für die Aufgaben des Alltags habe. Ich brauche einen Tag/ein paar Stunden nur für mich. Wie können wir das machen?“

Wenn Dein Energielevel wieder passt, dann achte in Zukunft darauf, ihn hochzuhalten. Nur so kannst Du Dich aus dem Zwiespalt zwischen Opferhaltung und Selbstvorwürfen befreien.

Tipp 3: Schweig und beobachte – vor allen Dingen Dich selbst

Sicher kennst Du das von Dir und anderen Müttern auch nur zu gut: Wir reagieren und tun und machen fast schon automatisch, fühlen uns dann schnell ausgelaugt – und machen uns im nächsten Moment schon wieder selbst Vorwürfe: „Ich bin ja selbst schuld, wenn ich immer allen hinterherräume.“

Steig aus! Tue und sage einfach öfter mal nichts und beobachte die Situation. Vieles löst sich von selbst! Beobachte vor allen Dingen Dich selbst. Nimm wahr, wie es Dir geht und was Du brauchst.

Tipp 4: Sag, was Du brauchst

Oft können wir uns selbst ganz leicht geben, was wir brauchen – wenn wir erstmal wissen, was das ist. In anderen Situationen können andere Menschen ganz leicht dazu beitragen, unser Bedürfnis zu erfüllen. Und in der Regel tun sie das auch gerne. Dabei macht es allerdings einen großen Unterschied, wie Du von dem sprichst, was Du brauchst.

Merkst Du den Unterschied zwischen

„Du könntest echt mal Deine 100 Paar Schuhe ins Regal räumen!“

und

„Ich brauche hier mehr Ordnung. Bitte räum Deine Schuhe ins Regal. Du würdest mir damit eine große Freude machen.“?

Tipp 5: Gehe DEINEN Weg, gönne Dir Umwege und lerne mit Freude

Bei den ersten vier Tipps in diesem Artikel geht es darum, den eigenen Energielevel hochzuhalten. Das ist die Basis für alles weitere.

Mache Dir jetzt noch Folgendes bewusst: Richtig und falsch sind Bewertungen und keine Tatsachen. Es wird Dir also niemals gelingen, immer alles richtig zu machen.

Es ist lohnender, den Weg zu finden, auf dem Du Dich mit Deiner Familie wohl fühlst, anstatt nach einer Perfektion zu streben, die es nicht gibt.

Auf Deinem Weg mögen Fehler passieren. Du magst Umwege gehen. Und doch brauchst Du Dir nie wieder Gedanken um Schuld zu machen.

Du wählst den Weg, Du gibst Dein Bestes, Du sagst den anderen Menschen auf Deinem Weg klar und freundlich, was Du von ihnen brauchst. Und wenn etwas schief geht, findest Du eine andere Lösung.

Mein Fazit zum Thema Schuldgefühle und Selbstvorwürfe

Es macht niemals Sinn, von Schuld zu sprechen. Damit richten wir unseren Blick zurück und werden keine Lösung finden. Viel zielführender ist es, von Verantwortung zu sprechen. Und davon haben wir Mütter jede Menge.

Wir können es uns leichter machen, diese Verantwortung zu tragen, indem wir…

… die Verantwortung bewusst annehmen und stolz darauf sind.

… vor uns selbst und anderen zugeben, dass unsere Kraft endlich ist.

… viel beobachten und wahrnehmen, statt immer nur zu reagieren.

… klar sagen, was wir brauchen.

… mit Spaß UNSEREN Weg gehen.

Richte Deinen Blick nach vorne, sei stolz auf die vielen Antworten, die Du kennst und lebe eigen-Sinnig!

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Übrigens: In die meisten meiner Artikel fließen Ideen aus der GFK und dem Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept ein.

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