Wie Du die Konflikte wegen Schule und Hausaufgaben sofort beendest

Ich beobachte immer wieder, dass das Thema Schule für unglaublich viel Unmut sorgt. Kaum jemand ist wirklich zufrieden mit unserem Schulsystem. Und auch an den Lehrern ist gerade jetzt während der Coronakrise viel Kritik zu hören und zu lesen. Doch auch zwischen Eltern und Kindern gibt es viele Konflikte bezüglich der Schularbeiten. Ich bin überzeugt, dass es auch anders geht – und zwar ganz ohne unser Schulsystem komplett zu verändern.

Dieser Artikel ist Teil des Videoworkshops „Schule daheim“.

Keine Technik

Viele Eltern glauben, sie bräuchten nur die richtige Technik, um ihr Kind dazu zu bringen, für die Schule zu arbeiten. Natürlich kann es gelingen, die Kinder durch ein ausgeklügeltes Belohnungssystem oder genug Drohungen zum Lernen zu bringen. Wirklich etwas lernen werden sie dabei vermutlich nicht. Druck und Lernen passen nämlich nicht zusammen.

Das Kind einfach machen zu lassen und gar nicht mehr einzugreifen, kommt für die meisten Eltern auch nicht in Frage. Schließlich gibt es eine Schulpflicht und „einfach nicht mehr mitzumachen“ kann ganz schön anstrengend werden.

Was also tun, wenn wir unsere Kinder nicht zwingen wollen und sie doch irgendwie dazu bringen müssen?

Dein Thema?
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Bei Dir selbst beginnen

Meiner Erfahrung nach, liegt der größte Teil des Problems bei uns Eltern. Wir alle haben natürlich unsere Geschichte mit der Schule. Wir haben bestimmte Vorstellungen davon, wie es zu laufen hat. Wir haben bewusste oder unbewusste Ängste, unsere Kinder könnten den Anschluss verlieren und schlimme Auswirkungen auf ihre Zukunft provozieren. All diese inneren Konflikte von uns Eltern vermischen sich mit der eigentlichen Situation.

Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als erstmal bei uns selbst aufzuräumen. Das kannst Du konkret tun:

  1. Mach Dir klar, was Deine Erfahrungen, Deine Glaubenssätze und Deine Ängste bezüglich der Schule sind.
    • Wie war Schule für Dich?
    • Was haben Dir Deine Eltern bezüglich Schule vermittelt?
    • Was denkst Du, würde passieren, wenn Dein Kind die Hausaufgaben bzw. die Schularbeiten während der „Zuhause-Lern-Zeit“ einfach nicht macht?
    • Welche direkten Auswirkungen hätte das auf Dich?
  2. Mach Dir klar, dass das alles Deine Themen sind. Das hat erstmal nichts mit der Realität Deines Kindes zu tun. Kannst Du entscheiden, das in Zukunft auseinander zu halten?
  3. Mach Dir im Alltag regelmäßig klar, dass Du Dein Kind unabhängig von seinen schulischen Leistungen liebst.
  4. Mach Dir klar, in welchem inneren Konflikt auch Dein Kind gefangen ist.
    • Es weiß um die Schulpflicht und kann gleichzeitig oft nicht verstehen, was das Ganze bringt.
    • Es hat große Sehnsucht nach mehr Freiheit und will zugleich keine Sonderrolle im sozialen Gefüge seiner Klasse einnehmen.
    • Es will unabhängig sein und wünscht sich doch Bestätigung durch Dich, die Lehrer, die Mitschüler.

Gewohnheiten durchbrechen

Wenn Du nun hoffentlich einige wertvolle Erkenntnisse über Dich selbst und auch über Dein Kind gewonnen hast, braucht es als nächstes eine Art Neustart. Entscheide jetzt, es anders zu machen, als bisher.

Wie das aussehen könnte, will ich Dir am Beispiel von Carola zeigen:

Carola und ihr 11-jähriger Sohn Maximilian verstehen sich wunderbar – solange es nicht um das Thema Schule geht.

Maximilian ist ein durchaus schlaues Kind, doch die Schule ist ihm – abgesehen von Mathe und Sport – verhasst. Und auf Hausaufgaben hat er so und so keine Lust. Dass die Schule wegen Corona jetzt schon seit Wochen geschlossen ist, ist ihm nur recht. Wenn nur seine Mutter nicht permanent so nerven würde.

Carola ist verzweifelt. Maximilian macht absolut nichts für die Schule, wenn sie ihn nicht permanent erinnert und ermahnt. Sie hat bereits mehrmals Anrufe von Lehrern erhalten, weil Maximilian die Ergebnisse nicht rechtzeitig eingereicht hat. Dabei ist er so intelligent. Er hat es trotz seiner ablehnenden Haltung der Schule gegenüber mit Leichtigkeit aufs Gymnasium geschafft. Warum nur, macht er jetzt nichts daraus?

Die Stimmung zwischen Carola und Maximilian ist mittlerweile fast dauerhaft angespannt. Wenn es um die Schule geht, fliegen oft so richtig die Fetzen. Carola erkennt, dass sich etwas verändern muss, wenn sie sich nicht immer weiter von ihrem Sohn entfernen will.

Sie entscheidet sich, ab sofort etwas anders zu machen. Am nächsten Morgen lässt sie ihren Sohn ausschlafen. Als er verwundert in die Küche kommt, erwartet ihn ein leckeres Frühstück und eine gut gelaunte Mama.

Beim Frühstück erklärt Carola ihrem Sohn: „Ich bin so traurig darüber, wie es in letzter Zeit zwischen uns läuft. Du bist mir wichtiger als alles andere – egal ob Du fleißig in der Schule bist oder nicht. Lass uns neu anfangen und gemeinsam eine Lösung finden, wie wir da durch kommen.“

Carola gibt zu, dass sie gerade ratlos ist, was sinnvoll ist. Sie berichtet Maximilian von ihren Ängsten, er können in der Schule Schwierigkeiten bekommen. Sie sagt ihm auch, wie unangenehm es ihr vor den Lehrern ist, wenn er seine Aufgaben nicht erledigt.

Und dann schweigt sie.

Zeig Dich und öffne Dich für Dein Kind

Carola hat den gewohnten Ablauf unterbrochen. Sie hat sich ihrem Sohn ganz offen gezeigt und ihm damit einen Raum geöffnet, seine eigenen Gedanken zu formulieren. Die Chance ist groß, dass nun ein Gespräch entsteht, in dem ganz neue Lösungen sichtbar werden.

Wichtig ist es nun, dass Carola offen bleibt. Es wäre fatal, wenn sie das alles nur täte, um Maximilian letztendlich doch nur zum Lernen zu bringen. Das wäre ein großer Vertrauensbruch.

Gib alles für das Wohlergehen Deines Kindes

Wenn wieder alles auf Anfang steht und ein klärendes Gespräch stattgefunden hat, plädiere ich für hemmungsloses Verwöhnen Deines Kindes in der Lernsituation. Lernen funktioniert am besten in einer sicheren, wohligen Umgebung.

Deshalb frage Dein Kind, was es braucht, um auch ungeliebte Aufgaben besser zu ertragen. Tue alles dafür, dass Dein Kind das auch bekommt – und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Dein Kind darf immer deutlich spüren, dass Du auf seiner Seite bist.

Carola hat zum Beispiel zugestimmt, dass Maximilian in Zukunft bei den Schularbeiten auf dem Boden sitzen und Musik hören kann. Damit er immer komfortabel seine Lieblingssongs hören kann, hat sie ihm dafür sogar ein Spotify-Abo geschenkt. Außerdem serviert sie ihm jetzt regelmäßig leckere Getränke und lüftet immer mal wieder.

Lass es gut sein

Zu guter Letzt will ich Dich noch ermutigen, Deinem Kind einfach mal freizustellen, eine Aufgabe nicht zu machen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Lehrer durchaus kooperativ sind, wenn wir offen und wertschätzend auf sie zugehen. Hab den Mut für Dein Kind auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Dann lässt es sich auch mit und in unserem Schulsystem ganz gut leben.

Die Energie, die wir uns durch ein harmonischeres Miteinander mit unseren Kindern sparen, können wir ja dann vielleicht nutzen, um Botschafterinnen für Veränderungen in unserem Schulsystem zu werden.

Fazit

Wenn Du den Schulstress hinter Dir lassen willst, empfehle ich Dir folgendes Vorgehen:

  1. Lerne Dein eigenes Verhältnis zur Schule genau kennen und entscheide, es nicht mehr mit der Situation Deines Kindes zu vermischen.
  2. Lass alte Gewohnheiten hinter Dir.
  3. Tue alles dafür, dass es Deinem Kind mit den Schularbeiten möglichst gut geht.

Ich wünsche Dir und Deinem/n Kind(ern) weiterhin viel Kraft für diese herausfordernde Situation – und dass Du für die Zeit danach einiges mitnehmen wirst.

 

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Übrigens: In die meisten meiner Artikel fließen Ideen aus der GFK und dem Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept ein.

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